Nachgedacht: Darfur. Ein Vergessener Krisenherd.

Krieg und Militär

Immer mal wieder konnte man über den Bürgerkrieg in Darfur lesen. Manchmal sah man auch Bilder im Fernsehen. Die Zahlen ließen einen hochschrecken. Und doch schienen die offiziellen 200.000 Toten schnell wieder vergessen zu sein. Jetzt ruft die UN zur Hilfe auf und schickt eine riesige Friedenstruppe ins Krisengebiet. Aber warum erst jetzt?

Der Konflikt in Darfur ist eine, seit 2003 andauernde, bewaffnete Auseinandersetzung zwischen den in Darfur in Sudan ansässigen schwarzafrikanischen Stämmen und der Zentralregierung in Khartum. Um die Rebellenbewegung niederzuschlagen, bedient sich die Zentralregierung hauptsachlich an lokalen Milizen, bestehend aus arabischen Reiter-Nomaden, die unter der Bezeichnung Dschandschawid bekannt wurden. Inoffizielle Zahlen sprechen von 400.000 getöteten und zweieinhalb Millionen vertriebenen Menschen.

Endlich haben die Vereinten Nationen eingegriffen. Sie schicken 20.000 Militärangehörigen und rund 6000 Polizisten nach Darfur. Eine tolle Sache, könnt man sich denken. Aber man fragt sich dann doch, warum es so lange gedauert hat. Warum es vier Jahre und Abertausende Ermordete überdauern musste, bis die UN reagiert.

Denn nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 beschloss der Sicherheitsrat schon im Dezember den Einsatz einer UN-Schutztruppe. Natürlich bedeutet ein „Heer“ von 20.000 Mann eine größere logistische Herausforderung. Doch das kann keine Ausrede für diese lange Wartezeit sein.

Irgendwie kommt man schom immer wieder auf den Gedanken, dass einige Länder einen zu großen Einfluss auf die „Vereinten Nationen“ haben. Die Vereinigten Staaten von Amerika zum Beispiel.

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4 Antworten zu „Nachgedacht: Darfur. Ein Vergessener Krisenherd.“


  1. 1 Gregor Klammer August 3, 2007 um 10:36

    Servus!
    Ich habe aus der Presse von dieser Seite hier erfahren und mir gedacht, ich statte dieser Seite mal einem Besuch ab …

    Ganz verstehe ich deine Aussage über die UNO im Darfur Konflikt nicht, ich meine sicher ist es schlimm, dass die UNO erst so spät reagiert, aber nach den Gründen hierfür wird erst garnicht gefahndet. Voreilig beschuldigt man gleich die USA, es ist ja schon fast kindisch, die über dem großen Teich sind ja in unseren Europäischen Geschellschaft zum Sündenbock No. 1 geworden. Begründungen für eine Beschuldigung der unterlassenen Hilfeleistung und somit der Anklage 400.000 – fachen Mordes fehlen gänzlich.

    Der wahre Hintergrund wird ganz außeracht gelassen.

    a. Darfur ist Afrika. Da kann man nicht einfach mit ein paar hundert Panzer reinfahren und nach drei Wochen Frieden stiften. Bis jetzt war noch kein westlicher Afrika – Kriegseinsatz erfolgreich, kein Wunder also, dass es die westlichen Staaten da nicht hinzieht.

    b. Geld. Ein Einsatz von 20.000 Soldaten verschlingt täglich Unsummen in Millionen Höhe. Die UNO selbst leidet unter chronischem Geldmangel. Die USA übrigens ist hier das Vorbild aller: Freiwillig zahlen sie ganze 25% des UN – Budgets, obwohl nur 5% der Menschheit einen amerikanischen Pass besitzen.

    c. Chaos und Hoffnungslosigkeit. Der jetzt beschlossene Darfur Einsatz ist jetzt schon ein programmierter Fehlschlag, einzig das schlechte Gewissen treibt den Westen in diese gottverlassene Gegend. Die UNO-Truppen selbst haben alle möglichen Hindernisse, haben begrenzte Schussbefehle, ect. In Mogadischu wurden vor den Augen von Blauhelm-Soldaten Kinder masserkriert, die Gewehre der Friedenstruppen blieben aber stumm …

    Was wir endlich bräuchten, ist eine UNO, die nicht von Scheindemokratien wie Russland oder Diktaturen wie China beherrscht werden, sondern mehr von Staaten wie Deutschland, GB und auch die USA, in denen die Menschenrechte auch wirkliche Geltung erfahren!

  2. 2 guantanamo guy Dezember 26, 2007 um 5:11

    Da haben Sie aber recht, Herr Bayer: Die USA sind in Sachen Menschenrechte das Mass ALLER Dinge. Denken Sie nur an Vietnam, an Irak, an Somalia, an Palästina/Israel. Wir brauchen NOCH MEHR USA, damit die Welt in dem Sinne besser wird, in dem sie heute schon gut ist!


  1. 1 Die Vereinten Nationen. Ein Paradebeispiel, was passiert, wenn man der größte internationale Nationenbund ist und trotzdem überhaupt keine Macht hat. « Moon Safari Trackback zu Juni 25, 2008 um 8:07
  2. 2 Die Vereinten Nationen. Ein Paradebeispiel, was passiert, wenn man der größte internationale Nationenbund ist und trotzdem überhaupt keine Macht hat. « POLILOG Trackback zu Januar 14, 2009 um 12:24

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