
… und die Überdramatisierung des Vorhersehbaren.
Ein Berg beginnt, sich zu bewegen. Der Gschliefgraben in Gmunden, am Ostufer des Traunsees, drückt nach unten und bedroht einige Wohnhäuser und Wochenendhäuschen. Bürgermeister Heinz Köppl wandert von einer Pressekonferenz zur anderen, Vizekanzler Molterer verspricht Geld. Und der Hang rutscht weiter.
Vor ungefähr einhundert Jahren schon hat der Gschliefgraben seine Opfer gefordert. Häuser verschwanden im See, und nach Ende der Rutschung wurde wieder gebaut. Bis in die achtziger Jahre wurden weitere Baugründe verkauft. Jetzt steht eine weitere Generation vor dem möglichen Ende ihrer Existenz. Doch es bleibt die Frage: Kann man ihn überhaupt stoppen?
Egal, wie viel Wasser man abpumpt und wie viel Schlamm man wegbaggert. Er wird sich immer wieder weiterbewegen. Wenn er heuer nicht runterkommt, dann irgendwann in den nächsten Jahren oder Jahrzehnten. Will man wirklich in ein Haus zurück, dass möglicherweise in absehbarer Zeit in den See rutschen wird? Nützen die Investitionen um Schadensbegrenzung? Meiner Meinung nach wäre es um einiges sinnvoller, den Familien, die ihre Häuser nicht als Zuflucht fürs Wochenende bewohnen, sondern ihr ganzes Leben darin verbrachten, neue Baugründe zu geben und ihnen mit den versprochenen Millionen Häuser hinzustellen. Damit könnte der Hang rutschen, ungehindert, wie er sowieso vorhat.
Ich finde die ganze Debatte sehr fragwürdig. Warum steckt man Millionen in ein Projekt, dass sowieso aussichtlos ist? Natürlich ist dieses ganze Schicksal ein guter Aufhänger für die handelnden Politiker. Denn die können sich mit hoffnungsvollen und leeren Versprechungen auf Stimmenfang gehen. Und der Hang? Wird sowieso runterkommen. Die Frage ist nur mehr wann.



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