Archiv der Kategorie 'Deutschland'

Die Andere Seite Des Sports

SportDie EM-Auslosung haben wir hinter uns. Österreich spielt also gegen Kroatien, Polen und … Deutschland. Aber ich sage euch: das ist nur das geringere Übel, wenn man auf die kommenden Sport-Großereignisse blickt.

Südafrika 2010. Die WM hat sich vom Paradebeispiel Deutschland verabschiedet und landet zum ersten Mal auf dem afrikanischen Kontinent. Das erste richtig große Großereignis für diese Nation. Und dann wird plötzlich ein ehemaliger österreichischer Profifußballer beim Golfspielen erschossen. Medien berichten von 50 Morden pro Monat. Ich wage es zu bezweifeln, dass die südafrikanische Regierung es bis 2010 schafft, die Kriminialität und die unzähligen Morde einzudämmen.

Peking 2008. Das olympische Feuer wird von Athen weg über den ganzen Erdball getragen. Bis es eben nächstes Jahr die Fackel in Peking, China entzündet. China. Wirtschaftsboomland Nummer Eins. Getragen von einem miserablen Kommunismus. Und dass das Land auch jetzt noch Jahre zurückliegt, zeigen die Verhaftungen von Umweltaktivisten. Jene versuchten darauf aufmerksam zu machen, dass durch die Ansiedlung von Chemiefabriken die drittgrößte Trinkwasserquelle Pekings zu einer giftigen Brühe wird. Eine steigende Anzahl an Krebserkrankungen bestätigten die Vorwürfe der Aktivisten gegen die Regierung. Dass diese dann aber verhaftet und brutal gefoltert werden, zeigt ein weiteres Mal, dass man sich bei der Vergabe von sportlichen Großereignissen auch mal in der Gesellschaft des Landes umsehen sollte.

Schweiz 2008. Die EM findet natürlich nicht nur in unserem schönen Land statt. Nein, wir arbeiten mit der Schweiz zusammen, und versuchen, eine schöne Europameisterschaft herbeizuzaubern. Dass die Schweizer dabei noch größere Probleme als wir Österreicher haben, zeigen die Meldungen über das Planungsdesaster. Politiker erwarten ca. 35.000 Menschen bei den Spielen. UEFA-Experten hingegen bis zu 100.000. Dass dadurch die wenigen Parkplätze und die fehlende aktive Infrastruktur ein Chaos hervorrufen wird, wird jetzt schön langsam auch den Planern dieses Großereignisses klar.

Und so sitzt man in den nächsten drei Jahren vor den Fernsehern. Sieht sich die Tore, die Läufe, die Doping-Skandäle an. Und vergisst all die Geschichten hinter dem Sport. Dass dabei so vieles schiefläuft, fällt uns bei den High-Definition-Übertragungen natürlich nicht auf. Warum sollte es uns auch belasten. Ist es doch nur ein weiterer Weg in Richtung kompletter Gleichgültigkeit.

Nachgedacht: Die Deutschlandisierung Österreichs.

 

Normalerweise heißt es ja, das alles was in Amerika irgendwie groß geworden ist, früher oder später nach Europa und auch in den deutschsprachigen Raum kommen wird. Aber auch im deutschsprachigen Raum intern gibt es Austäusche.

Und nachdem der deutsche Innenminister Wolfgang Schäuble mit seiner geplanten Vorratsspeicherung von Mediendaten im Internet, Telefon und E-Mail-Verkehr in Deutschland auf starken Widerstand zu treffen scheint, blieb man bisher irgendwie unbeeindruckt. Auch die Idee von Bundes-Trojanern, also Programmen, die still und leise im Hintergrund den PC ausspionieren, wurde in Österreich noch nicht aufgegriffen.

Aber natürlich musste es ja kommen. Da schnappt man sich drei Terroristen, die im Internet eine Al-Kaida-Plattform betrieben haben, und schon schreien die Politiker in Österreich auf. Der Sicherheitsexperte Robert Sturm sieht Österreich als einen gefährdeten Raum, Innenminister Günter Platter (VP) hat eine Arbeitsgruppe zum Thema Internetüberwachung gegründet und Justizministerin Maria Berger (SP) meldete sich auch schon zu Wort.

Diese meint, dass eine Überwachung nur im konkreten Tatverdacht und mit richterlicher Genehmigung angewandt wird. Den Einsatz von Trojanern steht sie hingegen skeptisch gegenüber. Eine großangelegte Überwachung, also auch von Privat-PCs (mit Benutzern ohne jeglichen terroristischen Hintergrund), hält sie für unverhältnismäßig.

Und deshalb hat Hans Zeger, von der Österreichischen Gesellschaft für Datenschutz (ARGE) etwas sehr Richtiges gesagt. Platter springe nur auf einen Zug des deutschen Innenministers auf. Und welche Pläne hat das deutsche Pendant zu Platter? Ähm, zum Beispiel gezielte Tötungen von Terroristen und eine Lockerung des Waffengesetzes. Noch Fragen?

Nachgedacht: Das Ende der NPD?

Immer mal wieder erhebt sich ein Politiker aus seinem Stuhle und fordert den Verbot der NPD. Neuestes Beispiel: SPD-Chef Kurt Beck.

Von 1967 bis 1988 gab es auch in Österreich die NPD (Nationaldemokratische Partei Deutschlands). Bis sie schließlich der Verfassunggerichtshof wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung verbat. Doch warum schreckt Deutschland vor einem Verbot zurück?

Schon 2001 wurde von Bundesregierung, Bundestag und Bundesrat ein Verbotsantrag gegen die NPD am Bundesverfassungsgericht eingereicht. Aber durch sogannente V-Männer des Verfassungsschutzes scheiterte das Verbotsverfahren, da das Gericht nicht mehr unterscheiden konnte, welche Aktivitäten von der NPD selbst und welche vom Verfassungsschutz initiiert wurden. Und nach dieser lautstarken Debatte um einen Verbot gelang der NPD unter Udo Voigt das Unerwartete.

2004 zieht die NPD mit 9,2 % zum ersten Mal seit 1968 in das Landesparlament von Sachsen ein. Der heraufbeschworene Rechtsruck ging durch die deutschen Köpfe. Es wurde befürchtet, dass sie auch bei der Bundestagswahl einen so immensen Erfolg erzielen könnte. Was jedoch, Gott sei Dank, nicht geschah.

Und so fordert nun der Chef der SPD, Kurt Beck, den Verbot der NPD. Höchstwahrscheinlich hat ihn die Jagd auf und die Verprügelung von acht Indern zu diesem Gedanken bewegt. Aus den Reihen seiner eigenen Partei bekommt er geteilten Zuspruch, Mitglieder anderer Parteien fordern eine Wiederaufnahme des Verbotverfahrens erst, wenn die NPD denn auch wirklich verboten werden würde. Überraschende Zustimmung bekommt Beck auch auf EU-Ebene. EU-Justizminister Franco Frattini würde einen Verbot begrüßen, noch dazu, da Deutschland zu den fünf Ländern mit den größten rechtsextremen Problemen zählt.

Was nun wirklich passieren wird, steht in den Sternen. Ich wünsche mir nur eben mal ein Deutschland ohne No Go Areas. Ein Deutschland, das endlich in der Gegenwart angekommen ist. Ein tolerantes und ein schönes Deutschland. Vielleicht geht dieser Wunsch irgendwann einmal in Erfüllung. Hoffen wir es.

Ein gutes Buch zu diesem Thema: Moderne Nazis von Toralf Staud

Nachgedacht: Fan-Meile

Die WM in Deutschland letztes Jahr war ein Großereignis. Es zeigte, wie eine Weltmeisterschaft im perfekten Zustand aussieht. Als nächstes steht nun die Europameisterschaft in der Schweiz und meinem Heimatland Österreich an. Und abgesehen von den Schweizer Planungen … haben die Österreicher alles verschlafen?

Nicht nur, dass sie mit schlechten Sicherheitsvorkehrungen auf sich aufmerksam machen … auch die aktuelle Diskussion um die Fanmeile in Wien lässt mich nur den Kopf schütteln. Die einen wollen die Fans auf die Donauinsel verbannen. Ein Geschäftsführer hingegen fürchtet sich vor Abwanderung der Kundschaft durch Angst vor Gewaltübergriffen.

Haben uns die Bilder von der Fanmeile nicht gezeigt, dass mit guter Organisation auch die Fans der größten Gegner freundlich miteinander feiern können. Es wird immer Gewaltübergriffe geben. So wie beim G8-Gipfel. Irgendwelche fallen immer aus der Rolle. Aber die Großzahl der Fans möchte doch einfach nur feiern, die Spiele ihres Landes miterleben und das Feeling Europameisterschaft spüren.

Österreich hinkt hinterher. Mit den Ideen, mit der Umsetzung, mit dem Nachdenken. Ein Jahr müssen wir noch warten. Mal sehen, wie es schlussendlich im Juni 2008 aussehen wird. Ich bin ehrlich gespannt.

Nachgedacht: G8 in Good Old Germany

Thema Nummer Eins? Die dopenden Radfahrer. Oder … hm … die Politik im Allgemeinen. Nein, jetzt gerade wohl nicht. Es geht um viel mehr. So scheint es zumindest für viele Gutgläubigen. Es geht um nichts. So erscheint es jedem Einseitig-Betrachtenden. Worum es überhaupt geht? Um die großen 8. So wird G8 zumindest für uns immer übersetzt. G8 ist eigentlich doch nur die Abkürzung für „Group of Eight“. Mehr nicht. Von groß ist nicht die Rede. Und doch sind es „die weltweit größten und stärksten Mächte„, die sich zurzeit in Deutschland treffen.

Kanada, Frankreich, Italien, Japan, Russland, Großbritannien, die Vereinigten Staaten und natürlich Deutschland treffen sich. Und sie sind sogar so gnädig, den Vertreter der EU miteinzuladen. Um gemeinsam zu Abend zu essen. Und um darüber zu diskutieren, wo nun die Raketen plaziert werden. Leider sprechen wir hier nicht von Feuerwerksraketen. Wenn Russland und Amerika miteinander diskutieren, geht es um größere Raketen. Jene, die Menschen töten.

Sie diskutieren über den Hunger. Und die Bekämpfung. Um die Eindämmung von Krankheiten wie … Malaria. Diskutieren um den Schuldenerlass afrikanischer Staaten. Und um den Klimaschutz. Diskutieren um Raketenbasen. Und doch braucht man sich von diesem Gipfel nicht allzuviel erwarten. Diese 8 Staaten werden es nicht schaffen. Wollen es nicht schaffen. Sie werden sich nie wirklich einigen können. Das ist das Problem.

Und ich finde es schrecklich, dass bei diesem Gipfel, bei dem es um so vieles geht. Um Hunger, Armut, Seuchen, und unser Klima. Dass bei diesem Gipfel zwei Idioten um Raketenbasen diskutieren. Warum ist er immer allgegenwärtig. Der Krieg. Er bringt es doch wieder. Den Hunger. Die Armut. Die Seuchen.

In den Medien hört man zurzeit immer vom „Schwarzen Block“. Der schwarze Block war es damals, 2001, der Supermärkte und Banken anzündete, der die friedlichen Demonstrationen ausarten ließ und die Polizei dazu veranlasste, viel zu brutal vorzugehen (= 1 Todesopfer auf Seiten der Demonstranten). Der Schwarze Block sind laut meiner Information radikale Linke und Rechte (!), die sich vermummen, und dann mit riesigen Steinen, Molotow-Cocktails usw. werfen. Gegen diese „Demonstranten“ muss etwas getan werden. Sie gefährden Menschenleben.

Aber ich kann nur jeden anderen friedlichen Demonstranten unterstützen. Friedlicher Protest ist super. Und vielleicht bewirkt er irgendwann einmal auch etwas. Der G8-Gipfel in Heiligendamm hingegen bringt so gut wie nichts.

Warum?
Darum: Financial Times vom 07 / 06 / 2007 … und die gesamte Berichterstattung im Fernsehen und den Printmedien