Archiv der Kategorie 'Film'

Made In Austria?

Während in Hollywood die Drehbuchautoren ihre Griffel weglegten, um für eine bessere Entlohnung zu kämpfen, gehen nun die österreichischen Schauspieler und Regisseure auf die Barrikaden. Der Grund? Die Gebührenlüge des ORF.

Jeder, laut der nervigen Werbung, gewissenvolle Mensch zahlt für seinen Fernseher. Die sogenannten Rundfunkgebühren. Um eine Legende des Fernsehens, das Sprachrohr eines jeden Österreichers, um den Österreichischen Rundfunk am Leben zu erhalten. Pro Jahr kommen so 700 Millionen Euro an Gebühren zusammen.

Wenn man dann aber mal von ORF 1 zu ORF 2 zappt und wieder zurück, wundert man sich schon. Wo ist denn nun das Geld hingekommen? Wer verdient an diesen Millionen? Und warum sieht man kaum mehr österreichische Schauspieler in österreichischen Filmen von österreichischen Regisseuren? Jene melden sich nun zu Wort und erklären, dass es so nicht mehr weitergehen kann.

Während 2001 noch 20 eigenproduzierte Filme gesendet wurden, findet man 2007 nur mehr 12. Von den 700 Millionen Euro gelangen „nur“ 475 Millionen Euro wirklich zum ORF. Das wär ja noch relativ viel. Aber davon gibt unser herzallerliebster Rundfunksender nur 45 Millionen für Eigenproduktionen wie Serien, Spielfilme oder Dokumentationen aus. Die 225 Millionen Euro, die nicht einmal den Küniglberg zu Gesicht bekamen, landen übrigens beim Bund und den Ländern. Wo sie zweckentfremdend investiert werden.

Leider scheint es so, als wäre es den Zusehern egal, dass sie nur TV-Einheitskost vorgesetzt bekommen. Immer mal wieder CSI, Malcolm Mittendrin oder die achte Wiederholung von Charmed. Dass man sich früher über österreichische Sendungen köstlich amüsierte, scheint man schon vergessen zu haben. Ich kann den Verdruss der Schauspieler- und Regie-Gilden verstehen. Und jetzt müssten auch mal die Gebührenzahler einsehen, dass man eigentlich mehr für sein Geld erwarten könnte.

Ich zumindest würde mich wieder auf interessante österreichische Produktionen freuen. Über Vorabend-Serien, über Preim-Teim-Blockpasta, ähm, gute Filme im Hauptabendprogramm. Und vielleicht auch über die Rückkehr der Sendung ohne Namen. Hach, man wird doch wohl noch träumen dürfen.

Nachgedacht: Einen Mord Planen

Gesellschaft

Der Fall der drei jungen Steirer im Alter von 15, 16 und 19 Jahren erschreckt wohl einen jeden. Wie kommt man auf den irrsinnigen Wunsch, einen Menschen beim Sterben zusehen zu wollen? Ich versuche, die Hintergründe etwas in den Vordergrund zu schieben.

Für Unwissende, die Fakten: diese drei Burschen planten die Vergewaltigung der erstbesten Mädchen, die ihnen an jenem geplanten Tattag über den Weg lief zu vergewaltigen, und sie anschließend umzubringen um sie in die Mur zu werfen. Durch Zufall und das Aufeinandertreffen der drei mit vier bekannten Mädchen, vor denen sie sich mit ihrem Plan als die großen Helden auftun wollten, wurden sie geschnappt, und ihre Tat wurde vereitelt.

Das Schreckliche: man kann hier nicht von jugendlichem Spaß, von Affekt oder Zwang sprechen. Nein, es war pure Blutrünstigkeit, purer Gefühlslosigkeit und eben dieser eine Wunsch, Szenen aus Horrorfilmen selbst mitzuerleben.

„Wir sind horrorgeil“ – Ein Satz, den man in den Medien immer wieder hört. „Inspiriert“ wurden die Burschen von Horrorfilmen. Welchen Massenkonsum müssen die drei Jugendlichen genossen haben, um so abgestumpft, so agressiv zu werden? Filme wie Hostel oder auch noch viel blutigere Filme lassen einen zurückschrecken. Selbst Filme wie Sin City erzeugen bei manchen Menschen Brechreiz. Mit Horrorfilmen verhält es sich wie die sogenannten Killerspiele. Man darf nach so einer Tat, oder eben einer geplanten Tat nicht alles auf diesen Faktor reduzieren.

Ein Scheidungskind (15), ein Adoptivkind (19) und ein Mitläufer (16). Lassen die Familienumstände Menschen zu mordenden „Maschinen“ werden? Als „Chef“ der ganzen Aktion wurde der 15-Jährige erkannt. Er wollte, bevor er ins Jugendheim kam, noch einmal einen Spaß haben.

Man kann nach solchen Begebungen nie eine Antwort finden. Warum ist das alles geschehen. Wie konnte es dazu kommen. Man kann immer nur weiter Fragen stellen. Die Antworten bleiben, bis auf ganz wenige Ausnahmen, unbeantwortet. Das Einzige, was bleibt, ist das bloße Entsetzen.

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Das Erste Mal: Eine Filmrolle Ablehnen

Mit einem Hund hat er zusammengearbeitet. War der Teufel. Und … Hitler.

Und doch lehnt Tobias Moretti sein wohl größte Rolle ab. Valkyrie ist der nächste Film mit Tom Cruise und handelt über den Claus Schenk Graf von Stauffenberg, dem Widerstandskämpfer im zweiten Weltkrieg. Und nachdem Tobias Moretti schon in Speer Und Er die Rolle des Hitlers übernommen hat, wurde er auch für diesen Film angefragt. Und er hat abgesagt. Er hat schon einer Rolle in einem österreichischen Film zugesagt.

Ich bin irgendwie geschockt. Mit seinen 48 Jahren wäre das seine größte Rolle. Schon klar, die Rolle des Hitlers nimmt man nie gerne an. Bruno Ganz hat schon gesehen, dass man immer und immer wieder auf die Rolle angesprochen wird. Aber in einem Film von Bryan Singer würde wohl jeder mitspielen. Hatte er nicht mit „Die üblichen Verdächtigen“ einen Bombast-Erfolg und X-Men sowie SuperMan Returns waren ja auch super.

Ist Moretti nicht auf Ruhm, Erfolg, Anerkennung und Weltbekanntheit aus? Dann ist das sehr lobenswert. Ich selbst würde das aber nicht. Aber jetzt kann man sich auf mehr hochwertige österreichische Filme freuen. Wenn Moretti bei uns hier bleibt.