Archiv der Kategorie 'Tod'

Killing In The Name Of.

Während die unbeständige Novemberluft die Selbstmordrate ansteigen lässt, enthauptet sich ein 19-Jähriger mit der Motorsäge. Was folgt? Eine seichte Berichterstattung zum Thema Gewaltspiele.

Es hat zwar etwas länger gedauert, aber nachdem die Regionalausgabe der Rundschau begann, darüber zu berichten, stiegen auch einige weitere Zeitungen ein und verfolgten den gleichen Weg. Subjektive Aussagen, dubiose Vermutungen und den Zeigefinger in Richtung der sogenannten Killerspiele. Aber …

Hatten wir das nicht schon mal?  Schon 1999 wurden Computerspiele zum ersten Mal in Verbindung gebracht mit jugendlichen Mördern. Eric Harris und Dylan Klebold, die Schüler der Columbine High School in Littleton, die 16 Menschen hinrichteten, spielten gerne das Spiel „Doom“. Robert Steinhäuser, der Amokläufer von Erfurt und Bastian B., jener von Emsdetten, waren von Spielen wie Half Life oder Counter Strike fasziniert. Soll das nun also bedeuten, dass jeder Mensch, der Spiele spielt, in welchen man mit der Waffe auf virtuelle Menschen schießt, ein vernarrter, beinharter Mörder ist?

Wunderbar war wieder einmal die Berichterstattung der Rundschau. Die darin angeführten Aussagen eines scheinbaren Experten in Sucht- und Gewaltprävention, dem Polizisten Karl Meister, zeigen wieder einmal, wie banal das Thema gehandhabt wird. Er hätte von privaten und beruflichen Problemen gewusst, und wüsste in diesem konkreten Beispiel das eine bekannte Spieleserie der Auslöser war. Warum? Weil man darin mit der Kettensäge auf Monsterjagd geht. Als engagierter Polizist dürfe man nicht wie ein Politiker à la Edmund Stoiber agieren und die komplette Schuld auf Computerspiele abwälzen. Mir erscheint sein Grinsen eher ein Zeichen der Mediengeilheit zu sein.

Nicht anders zu erwarten, ist die Berichterstattung von ÖSTERREICH. Der „Autor“ Markus Hofer zieht eine Spur von Konjunktiven hinter sich her. Objektivität war man zwar von dieser Zeitung noch nie gewohnt, doch dass man sich in einer Berichterstattung so auf die Computerspiele wirft und ein Computerspiel als „ultrabrutales Machwerk“ bezeichnet, lässt einen noch heftiger den Kopf schütteln. Die Kronen Zeitung ist erwartungsgemäß um keinen Geud besser.

Nur Zeitungen wie die OÖ Nachrichten, Die Presse, Der Standard und die Salzburger Nachrichten scheinen nicht den Hauptvorwurf gegen Computerspiele zu erheben. Was bei subjektiver Berichterstattung in solchen Fällen immer sieht, ist die Tatsache, dass man vergisst, dass für eine solche Tat mehrere Faktoren Auslöser sind.

Private, berufliche oder liebestechnische Probleme hinterlassen vor allem bei Jugendlichen oft einen tiefen Eindruck. Dass man dann versucht, seine Wut gegen die Welt in Shooter-Spielen zu kondensieren, ist doch nur ein kleiner Versuch, vor diesen Problemen zu flüchten. Doch müsste schon sein soziales Umfeld darauf reagieren müssen, als er sich mehr und mehr in die virtuelle Welt flüchtete.

Bei allem kommt es darauf an, wie man es konsumiert. Ich bin zwar selber Computerspieler und hatte schon einige Male eine virtuelle Waffe in der Hand, doch so etwas wird erst gefährlich, wenn man wirklich exzessiv spielt. Spiele wie Resident Evil oder Doom sind keine ultrabrutalen Machwerke, sie spielen mit der Angst des Spielers und wurden so beide zu legendären Spieleentwicklungen. Dass dabei Blut fließt, virtuelle Menschen getötet werden, und der Krieg nachgespielt wird, hat so lange keinen Einfluss auf die normale Welt, bis man nicht mehr unterscheiden kann. Und gerade das muss man verhindern.

Solche Spiele komplett zu verbieten ist einfach Humbug. Was Österreich jetzt endlich braucht: eine Einrichtung, wie die deutsche USK, die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle. Mit Einstufungen zwischen „Freigegeben ohne Altersbeschränkung“ und dem schwarzen Quadrat „Keine Jugendfreigabe“. Und wenn das dann gesetzlich verpflichtet wird, und Verkäufer den Ausweiß kontrollieren müssen, wird zumindest einmal Teenagern der Zugang zu diesen Medien verwehrt. Was mündige Bürger ab dem 18. Lebensjahr machen, kann gesetztlich so nicht mehr nachverfolgt werden. Da kommt es einfach auf das soziale Umfeld an. Und daran hapert es eben immer öfter.

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Britney Spears – Der Nächste Medienmord?

Immerwieder erzählt man Geschichten, die davon erzählen, wie Menschen,Prominente oder Wannabes durch die ständige Medienpräsenz, der sieausgesetzt waren, durch die Verfolgung durch Paparazzis oder was auchimmer, mit ihrem Leben nicht mehr zurecht kamen, und so in den Suizidgetrieben wurden. Wer wird wohl der Medien nächstes Opfer?

BritneySpears, eigentlich ein Phänomen, lebende Musiklegende und eine dererfolgreichster MusikerInnen aller Zeiten. Mit …. Baby, One More Timeoder Oops! I Did It Again schuf sie einen Hit nach dem anderen, wurdeder erfolgreichste Jungstar und das Idol für so viele Mädchen. Ob diesdenn jetzt nun positiv oder negativ ist, sei mal dahingestellt.

Wasaber das Traurige daran ist. Seit ihrem siebzehnten Lebensjahr ist sieim Zentrum der Medien. Anfangs in den Jugendmusikzeitschriften, durchdas Heranwachsen und Reifen dann auch in der normalen Regenbogenpresse.Auf jedem Cover war diese Frau mindestens einmal. Man fieberte ihrenneuen Alben entgegen, freute sich mit ihr über ihre Kinder und dasscheinbare Eheglück mit Kevin Federline. Doch dann kam es zum Sturz.

DieEhe mit ihrem Extänzer verlief glücklos, es kam zur Trennung. IhreKarriere war in einer Pause, sie musste also hart arbeiten, um wiederzurückzukommen. Und währenddessen musste sie auch noch feiern. Viel zuexzessiv, viel zu wenig bekleidet. Alles wusste man von ihr, diePaparazzi verfolgten sie überall hin. Sie war das gefundene Futter fürjeden armseligen Boulevard-Fotografen. Die Welt um sie brach zusammen,die Medien, die sie zuvor in den Himmel lobten und das PhänomenPop-Prinzesschen feierten ließen sie fallen. Ihr Comeback-Versuchmisslangte total und Ms. Spears steht vor den Ruinen ihres Erfolges.

Natürlichschimpft jetzt jeder, dass diese Frau keine Kinder erziehen kann //darf. Dass sie sowieso komplett krank im Kopf ist. Und ihre Musik wirdschon längst nicht mehr gespielt. Auf den Wannabe-Musikkanälen VH1, MTVoder VIVA macht man sich über die Eskapaden lustig und Zeitungenbetiteln sie als schlechteste Mutter. Ihr Über-die-Stränge-Schlagenmuss doch auch irgendwelche Gründe haben. Daran denkt mal wiederkeiner. Man nimmt nicht einfach so Drogen, säuft, lässt sich die Haareabrasieren, und lässt sich einfach so gehen.

Man kann jetztnatürlich noch lange so weiter machen. Sie mit Argusaugen beobachten,während nicht nur ihre Karriere sondern ihr ganzes Leben den Bachhinunter läuft. Man kann über sie schimpfen und mit den Finger auf siezeigen. Aber genauso wie es für einen solchen Star wie sie es ist,schwer ist, ein Working-Class-Leben zu führen, genauso wenig können wiruns vorstellen, wie schwer es sein muss, das Leben der Britney Spearszu führen.

Also würde ich mich freuen, ein kleines bisschen mehrObjektivität von all diesen Kritikern zu hören. Nicht nur Vorwürfe,sondern vielleicht Mitleid oder Hilfe. Lassen wir nicht einen weiterenMenschen zugrunde gehen, nur um einen weiteren Skandal in der Zeitunglesen zu können.

// zur info. nie ein fan von ihr gewesen. aber entsetzt von ihrem absturz.

Stiller. Protest.

Protest

In Burma kommt es nach jahrelanger Militärherrschaft zum großen Aufmarsch der Zivilisten.

Jeden Tag gehen sie auf die Straßen, immer mit der Angst im Hinterkopf, vom Militär erschossen zu werden. Die UN und all die Staatsoberhäupter fassen zwar ihr scheinbares Entsetzen in Worte, aber auf irgendwelche Handlungen wartet man immer noch vergeblich.

Recht viel können die Menschen vor den Fernsehern oder Computerbildschirmen nicht tun. Doch am 4. Oktober 2007 findet eine internationale Aktion der Blogosphäre statt, an dem so viele Blogger wie möglich nichts anderes veröffentlichen als einen Eintrag mit einem Bild und einem kurzen Text. Zum Thema „Free Burma!“.

Unter [[www.basicthinking.de] ] werden deutschsprachige Blogger über die Fortschritte in der Organisation der Aktion informiert. Immer mehr Leute finden sich ein und wollen so ihre Solidarität zeigen.

Die Frage bleibt natürlich, was das alles bringen soll. Besser sich an einer weltweiten
Blogaktion beteiligen, als nur zuzukucken und maulen, dass sowieso
nichts getan wird.

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Gott. Schuldig im Sinne der Anklage.

 

Ernie Chambers, ein Abgeordnerter des Parlaments des US-Bundesstaats Nebraska hat kürzlich Anklage eingebracht. Gegen wen er gerichtlich vorgehen möchte? Gott höchstpersönlich. Denn dieser verbreite, laut Aussage Chambers, Angst und verursache „unter Abermillion von Erdbewohnern Tod, Zerstörung und Terror“. Mit einer Einstweiligen Verfügung will er die Taten Gottes stoppen und so für Ruhe auf der Erde sorgen.

Glaube sie denn jetzt, dass Mr. Chambers einer dieser verrückten amerikanischen Kläger ist? Sie haben ja nicht so unrecht. Mit seiner medienwirksamen Anklage möchte er die abstrusen Seiten des amerikanischen Rechtssystems aufzeigen, was ihm ja auch gelingt. Übrigens wurde die Klage im Bezirk Douglas eingereicht. Laut Chambers wäre dass das zuständige Gericht, denn Gott sei ja überall.

Ich bin schon gespannt auf die Gerichtsverhandlung. Bei wem schwört denn wohl Gott („Ich sage die Wahrheit und nichts als die Wahrheit, so wahr mit Gott helfe“). Jesus wäre dann wohl Kronzeuge, und irgendwann müsse ihnen wohl auch der heilige Geist erscheinen. Aber nachdem wir das wichtigste Justizverfahren dieses Milleniums schon hinter uns haben (Michael Jackson und seine Kinderschar), wird wohl dieses Verfahren nur im amerikanischen Regionalfernsehen übertragen. Und was wohl die wichtigste Frage ist. Droht dem Gott denn nun wirklich die Todesstrafe? Wer richtet über ihn. Und was sagt Gott dazu, dass einige Gott zu spielen versuchen?

Nachgedacht: Auf Nimmerwiedersehen, Neutralität?

 

Die ÖVP-Perspektiven-Gruppe „Europa“ möchte, dass sich Österreich von der Neutralität distanziere. Und auch der Nationalfeiertag solle abgeschafft werden. Ein Plädoyer für das neutrale Österreich.

Zuallererst: Was bedeutet Neutralität? Nach dem Zweiten Weltkrieg stellte die Sowjetunion in ihrem Moskauer Memorandum die „immerwährende Neutralität“ als Bedingung für einen Abzug der sowjetischen Besatzer. Im Allgemeinen versteht man unter dem Begriff, dass sich ein neutraler Staat bei einem konkreten Konflikt zwischen anderen Staaten in keinster Weise beiteiligt.

Die ÖVP-Perspektivengruppe „Europa“, die der steirische Klubobmann Christopher Drexler leitet, fordert das Ende der Neutralität und ein klares Nein zum EU-Beitritt der Türkei. Drexler möchte daraus folgend auch den Nationalfeiertag, den Tag der Beschlussfassung des Neutralitätsgesetzes abschaffen.

Prescht hier die „Perspektivengruppe“ nicht etwas zu weit vor? Die Neutralität, in ihrem Grundgedanken, wurde schon soweit verändert, dass Österreich seit 1995 zu einer Gemeinschaft (der EU) gehört. Und während wir uns eigentlich, dem Neutralitätsgesetzes folgend, bei keinem gemeinsamen europäischen Heer beteiligen dürfen, scheint die Neutralität uns zu schützen. Denn ebenso wie die NATO würde dann auch die EU uns um Hilfe bitten. Bisher konnten wir uns aus internationalen politischen Konflikten soweit heraushalten, dass wir nur für friedenssichernde Einsätze der Vereinten Nationen eingesetzt wurden.

Würde das Ende der Neutralität nicht bedeuten, dass wir etwas aufgeben, für was Österreich in seiner Zweiten Republik stand? Würde man nicht eine großartige Idee, ein großartiges System für Kriege aufgeben, von welchen Österreich bisher verschont wurde?

Wir sind in Europa neben der Schweiz nicht die einzigen Neutralen. Belgien, Finnland, Schweden, Luxemburg und Lichtenstein sehen sich als neutrale Länder. Würde ein Ende der Neutralität nicht die Vergangenheit lächerlich erscheinen lassen. Wir haben uns für etwas verpflichtet, wir wurden durch den Staatsvertrag und die Erklärung der Neutralität wieder ein souveräner Staat. Für einige scheint der Begriff zwar veraltet, aber welchen Schaden haben wir durch unser Bekenntnis zur Neutralität zu spüren bekommen?

Und somit erteile ich der Perspektivengruppe eine Absage. Nein zur Abschaffung der Neutralität. Nein zur Abschaffung des Nationalfeiertags. Und Nein zum Beitritt der Türkei. Warum das? Das erörtere ich in Kürze.

Nachgedacht: Darfur. Ein Vergessener Krisenherd.

Krieg und Militär

Immer mal wieder konnte man über den Bürgerkrieg in Darfur lesen. Manchmal sah man auch Bilder im Fernsehen. Die Zahlen ließen einen hochschrecken. Und doch schienen die offiziellen 200.000 Toten schnell wieder vergessen zu sein. Jetzt ruft die UN zur Hilfe auf und schickt eine riesige Friedenstruppe ins Krisengebiet. Aber warum erst jetzt?

Der Konflikt in Darfur ist eine, seit 2003 andauernde, bewaffnete Auseinandersetzung zwischen den in Darfur in Sudan ansässigen schwarzafrikanischen Stämmen und der Zentralregierung in Khartum. Um die Rebellenbewegung niederzuschlagen, bedient sich die Zentralregierung hauptsachlich an lokalen Milizen, bestehend aus arabischen Reiter-Nomaden, die unter der Bezeichnung Dschandschawid bekannt wurden. Inoffizielle Zahlen sprechen von 400.000 getöteten und zweieinhalb Millionen vertriebenen Menschen.

Endlich haben die Vereinten Nationen eingegriffen. Sie schicken 20.000 Militärangehörigen und rund 6000 Polizisten nach Darfur. Eine tolle Sache, könnt man sich denken. Aber man fragt sich dann doch, warum es so lange gedauert hat. Warum es vier Jahre und Abertausende Ermordete überdauern musste, bis die UN reagiert.

Denn nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 beschloss der Sicherheitsrat schon im Dezember den Einsatz einer UN-Schutztruppe. Natürlich bedeutet ein „Heer“ von 20.000 Mann eine größere logistische Herausforderung. Doch das kann keine Ausrede für diese lange Wartezeit sein.

Irgendwie kommt man schom immer wieder auf den Gedanken, dass einige Länder einen zu großen Einfluss auf die „Vereinten Nationen“ haben. Die Vereinigten Staaten von Amerika zum Beispiel.

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Nachgedacht: Der Schießbefehl

Krieg und Militär

Lange Zeit wurde verhandelt. Von 24 auf 18 auf 15 reduziert. Und vor kurzem ist er gelandet. Der erste österreichische Eurofighter. Und obwohl eigentlich nun über den Deal von Verteidigungsminister Darabos (SPÖ) diskutiert hätte werden sollen, kam nun eine neue Frage auf. Wer darf / muss den Schießbefehl geben?

Der Schießbefehl darf gegeben werden, wenn ein Flugzeug aus terroristischen Zwecken entführt und auf eine österreichische Stadt zugesteuert wird. Und, wenn ein Flugzeug ohne Funkkontakt über den österreichischen Luftraum fliegt. Das Abfangen, das Abschießen dieser Flugzeuge hätte auch Kollateralschaden zufolge. Denn nicht nur die Terroristen würden getötet, auch die oft zweihundert Passagiere. Natürlich bleibt immer noch die Frage, was schlimmer ist, 200 getötete Flugzeugpassagiere oder 3000 Opfer dieses Terrorismus. Das ist eine ethische Frage, doch Peter Pilz (Die Grünen) meinte dazu, dass der Artikel 2 der Menschenrechtskonvention uanfechtbar sei. Dieser besagt:

Artikel 2: Recht auf Leben

Das Recht jedes Menschen auf Leben wird gesetzlich geschützt. Niemand darf absichtlich getötet werden, außer durch Vollstreckung eines Todesurteils, das ein Gericht wegen eines Verbrechens verhängt hat, für das die Todesstrafe gesetzlich vorgesehen ist.

Über dieses Thema zu diskutieren, würde den Rahmen dieses Blogs sprengen. Jeder hat hier seine eigenen Ansichten. Was natürlich bleibt, ist die Frage, wer den Schießbefehl im Falle eines schrecklichen Falles geben muss.

Anfangs wäre aus aufgeteilt. Ein unbekanntes Flugzeug im Luftraum Österreich wäre Sache des Verteidigungsministers. Ein entführtes Flugzeug mit Ziel Österreich hat sicherheitspolizeilichen Einsatz zur Folge, deshalb ist hier Ex-Verteidigungsminister und Neo-Innenminister Platter zuständig. Was in der gestrigen Sitzung festgesetzt wurde, bleibt aber immer noch eine Frage. Denn nun liegt die Entscheidung auf Flugzeuge zu schießen, schlussendlich beim Piloten. Das heißt, gäbe ein Minister die Freiheit zu schießen, würde ein Pilot bei einer späteren Gerichtsverhandlung verurteilt werden können. Und einem Piloten drohen in diesem Fall bis zu zehn Jahre Haft.

Warum haben wir eigentlich Politiker? Haben wir einfach nur gewählt, damit diese armen Leute mehr verdienen, dann und wann einmal in Sitzungen gehen müssen, um dann doch die Verantwortung für ihre Tätigkeiten auf andere abzuwälzen? Österreich, oh, Österreich


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Nachgedacht: Einen Mord Planen

Gesellschaft

Der Fall der drei jungen Steirer im Alter von 15, 16 und 19 Jahren erschreckt wohl einen jeden. Wie kommt man auf den irrsinnigen Wunsch, einen Menschen beim Sterben zusehen zu wollen? Ich versuche, die Hintergründe etwas in den Vordergrund zu schieben.

Für Unwissende, die Fakten: diese drei Burschen planten die Vergewaltigung der erstbesten Mädchen, die ihnen an jenem geplanten Tattag über den Weg lief zu vergewaltigen, und sie anschließend umzubringen um sie in die Mur zu werfen. Durch Zufall und das Aufeinandertreffen der drei mit vier bekannten Mädchen, vor denen sie sich mit ihrem Plan als die großen Helden auftun wollten, wurden sie geschnappt, und ihre Tat wurde vereitelt.

Das Schreckliche: man kann hier nicht von jugendlichem Spaß, von Affekt oder Zwang sprechen. Nein, es war pure Blutrünstigkeit, purer Gefühlslosigkeit und eben dieser eine Wunsch, Szenen aus Horrorfilmen selbst mitzuerleben.

„Wir sind horrorgeil“ – Ein Satz, den man in den Medien immer wieder hört. „Inspiriert“ wurden die Burschen von Horrorfilmen. Welchen Massenkonsum müssen die drei Jugendlichen genossen haben, um so abgestumpft, so agressiv zu werden? Filme wie Hostel oder auch noch viel blutigere Filme lassen einen zurückschrecken. Selbst Filme wie Sin City erzeugen bei manchen Menschen Brechreiz. Mit Horrorfilmen verhält es sich wie die sogenannten Killerspiele. Man darf nach so einer Tat, oder eben einer geplanten Tat nicht alles auf diesen Faktor reduzieren.

Ein Scheidungskind (15), ein Adoptivkind (19) und ein Mitläufer (16). Lassen die Familienumstände Menschen zu mordenden „Maschinen“ werden? Als „Chef“ der ganzen Aktion wurde der 15-Jährige erkannt. Er wollte, bevor er ins Jugendheim kam, noch einmal einen Spaß haben.

Man kann nach solchen Begebungen nie eine Antwort finden. Warum ist das alles geschehen. Wie konnte es dazu kommen. Man kann immer nur weiter Fragen stellen. Die Antworten bleiben, bis auf ganz wenige Ausnahmen, unbeantwortet. Das Einzige, was bleibt, ist das bloße Entsetzen.

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Das Erste Mal: Erster Sein

Presse

Nachdem am 14. Juni mit Kurt Waldheim ein großer österreichischer Politiker gestorben ist, verlor Österreich am 22. Juni mit Georg Danzer wohl einen der wichtigsten österreichischen Musiker. Oder vielleicht auch einen der wichtigsten Österreicher überhaupt. Ich möchte nicht auf sein Leben und sein Wirken eingehen. Das wird an anderer Stelle zur Genüge gemacht, und viel kompetenter als ich es könnte.

Wien, 22. Juni 2007 – Österreich trauert um einen großen Musiker. Georg Danzer ist am Donnerstag in Wien 60-jährig gestorben.

oe24.at – Österreich – Georg Danzer Ist Tot

Über das Niveau der Billigzeitung lässt sich ja bekanntlich streiten. Sensationslüsternheit und Niveaulosigkeit sind wohl die zwei häufigsten Worte, die einem zu ÖSTERREICH einfallen. Es ist schon richtig, dass eine österreichische Zeitung um einen verstorbenen Österreicher berichtet. Nur die Zeit war nicht angemessen. Georg Danzer hat als einen seiner letzten Wünsche die Medien gebeten, erst nach der Einäscherung im engsten Familienkreis, also am Freitag um 15 Uhr. Während sich die APA (Austria Presse Argentur), der ORF oder sogar auch die Kronen Zeitung (!) daran hielt, begann der Hype. Den Anfang machte bekanntlich oe24.at, dann folgte NEWS NETWORLD (sind ja beide vom gleichen Verleger). Und schließlich stieg auch der Standard auf den Zug auf und ließ die beiden vorher genannten Seiten als Quelle dienen. Erst um 15 Uhr folgten dann die anderen Onlineauftritte der Zeitungen.

Er war ein großer Mensch, das schreiben alle. Egal ob Krone, Österreich, die Salzburger Nachrichten, der Kurier oder auch die Oberösterreichischen Nachrichten. Nur wenn man ihn als Menschen geschätzt hat, dann kann man sich auch ihm auch seinen letzten Wunsch erfüllen. Mit diesem Mal bekomme ich irgendwie Brechreiz, wenn ich nur die Titelseite der ÖSTERREICH ansehe.


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Nachgedacht: Ein Kind Seiner Zeit

Kurt Waldheim ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Er ruhe in Frieden.

Lange Zeit wusste ich nicht viel über ihn. Ihn. Den ehemaligen Bundespräsidenten meines Heimatlandes. Der Oberhaupt der Vereinten Nationen. Ich wusste nicht viel.

Eigentlich habe ich erst heuer, in der letzten Klasse, etwas mehr über ihn erfahren. Dass er eine Vergangenheit im zweiten Weltkrieg hatte. Dass er im am Balkan stationiert war und über Deportationen Bescheid wusste. Und dass eigentlich lange Zeit nichts darüber an die Öffentlichkeit kam.

Erst 1986, als er das zweite Mal für das Amt des Bundespräsidenten kandidierte, tauchte seine Vergangenheit wieder auf. Die Waldheim-Affäre wanderte durch die internationalen Medien, Amerika setzte ihn auf die Watch-List. Und doch gewann er die Wahl. Bis 1992 war er österreichischer Bundespräsident.

Man kann ihm wegen seiner Vergangenheit im NS-Regime viel vorwerfen. Sartre meint … Der Mensch hat die Freiheit, selbst zu entscheiden was er tut. Sein Handeln bestimmt sein Wesen. Das könnte man ihm zum Vorwurf machen. Oder man könnte auf Ödön von Horváth hören. Er war ein Kind seiner Zeit. Er konnte nicht anders. Man kann es sehen wie man will.

Wir haben einen wichtigen Österreicher verloren. Er ruhe in Frieden.