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Die Qual der Wahl.

Seit dem 7. Juli gilt der zweite Nationalratswahlkampf innerhalb von zwei Jahren als eröffnet. Und doch scheint alles irgendwie anders.

„Es reicht!“ Mit diesen Worten beendete Vizekanzler Wilhelm Molterer seine Zusammenarbeit mit der SPÖ. Somit endete nach eineinhalb Jahren eine der umstrittensten Regierungen der zweiten Republik. Der Grund für den Split war schlussendlich im Ende der Kompromissbereitschaft der SPÖ zu sehen. Da die ÖVP bei den Verhandlungen zur Gesundheitsreform darauf bestand, die Beamten- und die Landwirtsversicherung nicht überprüfen zu lassen, und die SPÖ keinen Grund dafür sah, endete somit diese Koalition.

Mit dem Ende der Regierung wurde auch das Ende eines sehr klugen Menschen eingeläutet: Alfred Gusenbauer nahm seinen Hut, gab Werner Faymann den Vortritt und schaffte den wohl misslungensten Abgang eines Bundeskanzlers. Nur durch Misskredit und Kindheitsmetaphern von den Medien beachtet, steigt er als am kürzesten amtierender Bundeskanzler aus seinem Amt. Werner Faymann, der sogenannte Liebling der Boulevard-Presse (familiäre Connections zur Kronen Zeitung und zum Gratisblatt „Heute“ sind nachgewiesen), muss nun etwas schaffen, was vor acht Jahren Alfred Gusenbauer, also Nachfolger Viktor Klimas, erfolgreich schaffte. Eine Partei nach einer misslungenen Zeit über Wasser zu halten.

Die ÖVP, welche diesmal nicht auf einen Kanzlerbonus setzen kann, so wie bei der letzten Wahl, muss sich Sachthemen überlegen. Viele Dinge, die die SPÖ mithilfe der ÖVP durchsetzen wollte, wurden abgewiesen, oder zur Unkennbarkeit abgewandelt. Hätte sich zum Beispiel durch den Reformvorschlag von Frau Unterrichtsministerin Schmied (SP) endlich mal etwas in der Bildung getan, so wurden daraus nur wenige Projektversuche. Dass die ÖVP nun versucht, all das, was sie nicht ermöglichten, in den Wahlkampf einzubauen und zu sagen: Wählt uns, dann bekommt ihr all das! ist mehr als bemerkenswert lächerlich. Und so unglaublich es auch sein wird, die wahrscheinlichen Verluste der ÖVP bei der Wahl dürfte dieses Jahr wohl nicht als Fehler des Wählers angesehen werden, wie vor zwei Jahren. Denn die Proteststimmen werden es schon zeigen.

À propos Protest. Die FPÖ wird dank dem Auffangnetz für Protestwähler stark zulegen. Mit ihrem Spitzenkandidaten, HC Strache, dem König des geschmacklosen Ausländerwahlkampfes, könnten sie vielleicht sogar wieder an der 20 %-Marke kratzen. Und das BZÖ, das Bündnis Zukunft Österreich, zurzeit noch in den Medien durch Verfahren gegen Peter Westenthaler und Deportationen à la Landeshauptmann Jörg Haider, könnten theoretisch durch die Rückkehr von Haider sogar wieder bis an die 10 % – Hürde kommen. Die Grünen, gerade auf dem Weg als erste der im Parlament vertretenen Parteien den Wahlkampf offensiv im Web 2.0 zu führen, werden wahrscheinlich bei der Wahl still auf ihren Prozenten verharren und können somit von dem Protest gegen die Bundesregierung nicht profitieren.

Was bemerkenswert ist: Unzählige Kleinparteien, von der Ärztegruppierung „Die Weißen“, „Rettet Österreich!“ durch Karl Nowak, die „Soziale Kultur Österreichs“ mit Schauspieler Karl-Heinz Hackl, „partei3″, einer Online-Formierung, bis hin zur Piratenpartei, der Liste Dinkhauser, dem Linksprojekt und den altbekannten wie die KPÖ oder das Liberale Forum, möchten zur Wahl antreten. Und ich denke, noch nie wurde diesen Kleinparteien vor der Wahl so viel Aufmerksamkeit geschenkt. Am ehesten der Liste Dinkhauser könnte ein Einziehen in den Nationalrat gelingen, da er schon in Tirol einen Achtungserfolg hinlegen konnte, und auf Anhieb zweitstärkste Partei wurde.

Am 28. September 2008 wird gewählt. Die Zeit bis dahin wird spannend, die Medien werden nur mehr ein Thema haben (und dadurch vom Sommerloch verschont) und die Versprechen der Politiker wird sich häufen. Ich werde wie immer live dabei sein, und auf irgendeinem Blog wird man schon von mir lesen. Die Qual liegt nicht nur beim finden der „richtigen“ Wahl, sondern das Wählen selbst wird ab einer bestimmten Häufigkeit selbst zur Qual. Aber passend zur Neuwahl findet man auf Neuwal.com, einem Gemeinschaftsblog von Dieter Zirnig initiiert, zum Wahlkampf.

Neuwal sammelt unserer Meinung nach interessante Informationen mit Meinungen und Kommentaren. Es ist interessant zu sehen, wie sich Politik im Web abspielt und was man im Web alles abbilden kann. Wie agieren Parteien im 2.0 Zeitalter über alle Medien hinweg.

Neuwal plant Interviews, Stimmungsberichte, Umfragen, Kommentare und Analysen. Es gibt Platz für jede Menge Kreativität, Kritik und “Reflektion”.

Neuwal beobachtet. Neuwal möchte nicht auf Parteien oder einzelne Politiker schimpfen oder sie zerlegen. Kritik gehört dazu.

Passend zum Thema Neuwahl eine Auswhl einiger Texte:

Der Text Neuwahl beschäftigte sich am 19. März 2008 mit der Tatsache, dass Neuwahlen sowohl für SPÖ als auch für die ÖVP ungelegen kommen würden. Am 28. Februar 2008 befasste ich mich in Wir sind Politikverdrossenheit! mit dem Lügenkarussel der Politik (passend dazu der Text Politikverdrossenheit vom 29. August 2007). In Humanitäres Abwählrecht behandelte ich die Handhabung des Asylgesetzes durch den ehemaligen Innenministers Platter (19. Dezember 2007). Ebenso wie im Text Medienwirksames Opfer der Gesetze vom 23. Oktober 2007. Hier noch etwas zur geplanten Onlineüberwachung vom 14. September 2007: Die Deutschlandisierung Österreichs. Auf Moon Safari, einem neuen Blog wurde darüber auch schon ausgiebig geschrieben: Über das Einmischen eines gewissen Herrn Zilk im Text Wie im Hühnerstall (11. Juni 2008), über den Brief der SPÖ an die Krone unter Eine Prise FPÖ/BZÖ-Populismus für die SPÖ, bitte! (27. Juni 2008), Frust machte sich bemerkbar im Text Der gelebte Stillstand und die Angst der Regierenden vor dem Ende. vom 2. Juli 2008, bis schließlich am 7. Juli 2008 die Regierung beendet wurde, zu finden im Text Es reicht. Das Ende der großen Koalition und die Wiederaufnahme des Nationalratswahlkampfes. Der letzte Text, von heute, dem 23. Juli 2008, befasst sich mit einer einzigen Partei: Die ÖVP. Warum ich nicht verstehen kann, wie man eine solche Partei wählen kann. Und auch meinem Hauptblog Neon Wilderness gab es ebenso einen Text zu Das Ende einer Regierung. Und großartig, noch vor dem Brief der SPÖ an besagte Zeitung gelang mir hier, meine subjektive Meinung niederzuschreiben: Kronisch Subjektiv. (25. Mai 2008.)

Oh Du Mein.

Abscheuliches Österreich.

24 Jahre. Eingesperrt, misshandelt, bedroht. Sieben Kinder gebärend. Der Täter? Der Vater. – Die Titelseiten sind gesäumt mit Reportagen rund um diesen Fall. Das weltweite Interesse, der Fokus der internationalen Nachrichtenlandschaft zeigt auf eine kleine Stadt in Niederösterreich.

Wir sind. Sind wir ein Volk voller verrückter, abscheulicher Sexualstraftäter. Hat jeder irgendein Geheimnis in seinem Keller oder dem Raum unter seiner Garage. Kann man sich überhaupt noch auf die Straße trauen, oder muss man als Frau schon Angst haben, entführt und vergewaltigt zu werden. Ich weiß es nicht. Vielleicht steckt so ein Gen in uns allen. In allen Bewohnern der Alpenrepublik. Die Einen leben es aus und die anderen unterdrücken es und werden zu Mördern, zu Amokläufern und zu Briefbombenbauern.

2006 der Fall rund um Natascha Kampusch und ihrem Entführer Priklopil. Achteinhalb Jahre gefangen, in einem Raum unter der Garage. Manchmal mit Ausgang, sie war sogar Einkaufen und einmal sogar Skifahren. Flüchten konnte sie nie. In zahlreichen Fernsehinterviews und geplanten Zeitungsreportagen wurden mehr und mehr Teile aufgedeckt. Und erst kürzlich der Tabubruch einer österreichischen Gratistageszeitung. Sie hat Akten der Staatsanwaltschaft irgendwie in die Hände bekommen und sie veröffentlicht. Ohne auf Aktengeheimnis und Arztgeheimnis zu achten. Der Fall Natascha Kampusch ruht noch lange nicht.

2008 nun der Fall rund um Elisabeth F. und ihren Vater Josef. Um die 7 Kinder, eines verstorben, drei im Keller aufgewachsen, drei andere wiederum bei ihrem Vater und gleichzeitig Großvater und ihrer Großmutter im Haus. Dutzende Medien belagern nun die Stadt und suchen nach Antworten auf das Unfassbare.

Antworten auf das Unfassbare. Wie kann man so etwas je wirklich verstehen. Dass jemand seine eigene Tochter 24 Jahre in einem Kellerverlies gefangen hält. Dass 24 Jahre lang niemand, nicht die Nachbarn, nicht die Bewohner des Hauses, dass rein niemand etwas bemerkt haben soll. Dass drei Kinder noch nie das Tageslicht gesehen haben. Man findet keine Antworten darauf.

Man kann nur Fakten und Erzählungen zu einer Geschichte zusammenfügen. Zum Tathergang. Man kann erfahren, wie sie gelebt haben, aber man kann es nie irgendwie richtig erfassen. Doch Medien versuchen manchmal erst gar nicht, etwas zu erfassen. Sie kombinieren.

Erste weltweit interessante Geschichte nach der Mitte-Rechtsregierung 2000? Natascha Kampusch 2006, stimmt. Zweite weltweit interessante Geschichte? Elisabeth F. 2008. Das heißt, ja. Oh, du mein abscheuliches Österreich.

„Warum werden in Österreich solche Bestien geboren?“ (Dziennik, Polen)

„Die österreichischen Politiker sind schockiert. Oder sind sie verantwortlich? In Österreich zeigen die Politiker gerne, wie erschüttert sie sind. Sie haben dabei keine Angst, dass sie vielleicht zur Verantwortung gezogen werden könnten.“ (Jutarnji list, Zagreb, Kroatien)

„Perversion oder Krankheit… Schon wieder in Österreich. Wieder erreichen uns aus Österreich Nachrichten, die uns umwerfen. So wie die Entführung von Natascha Kampusch. (…) Wieder kam das aus Österreich, der Heimat von Freud, dem Geistesriesen, der uns die im Unbewussten schlummernde Sexualität erweckte.“ (EL Pais, Madrid, Spanien)

„Die Österreicher rufen nun nach Gesetzen, doch neue Gesetze werden kaum neue Grausamkeiten verhindern. Wirkungsvoller ist das Entsetzen, das der Skandal in Amstetten hervorgerufen hat. Eine der Lehren aus dieser Tragödie ist, dass eine Gemeinschaft ohne wirkliche zwischenmenschliche Kommunikation keine Gemeinschaft ist.“ (The Times, London, Großbritannien)

Weitere Pressestimmen

Österreich. Oh du mein abscheuliches Österreich. Land der Bestien, der Massenmörder, der Ewiggestrigen. Land der Sexualstraftäter, Land der Entführer und Wahnsinnigen. Land des Schweigens, Land des Entsetzens. Was richtest du nur mit uns an. Oh du mein abscheuliches Österreich.

Was lernen wir daraus? Ich habe keine Ahnung. Der Fall Kampusch hat mir gezeigt, dass mich die bis ins Detail gehende Aufklärung des Falles nicht interessiert. Ich muss nicht alles wissen. Und Frau Kampusch hat ein gewisses Gespür zum richtigen Zeitpunkt Fernsehinterviews zu geben. Sie ist unwiderbringlich Teil der Medienwelt und wie sagt die Berliner Tageszeitung:

„Die Verantwortung der Medien liegt darin, wenigstens jetzt die Würde der Opfer zu wahren. Natascha Kampusch kämpft – recht erfolgreich – bis heute gegen die Medien um dieses Recht. Dass sie überhaupt kämpfen muss, ist beschämend. Denn der Grat zwischen legitimem Interesse und entwürdigender Belästigung mag schmal sein – zu verfehlen ist er eigentlich nicht.“ (Tageszeitung, Berlin, Deutschland)

Wir müssen den Opfern mit Würde begegnen. Das ist schon ein kleiner Teil. Das sich Österreich den Vorwurf des Schweigens, des Nicht-Nachfragens gefallen lassen muss, kann ich nachvollziehen. Was weiß man schon. Österreich ist nicht das Land der gefeierten Nachbarschaftsparties. Mit dem einen versteht man sich, mit dem anderen nicht. Und war doch der Täter und seine Familie eine nette, unscheinbare Familie in dieser Kleinstadt, die dem Fall den Namen gibt. Fall Amstetten.

Für mich ist es unfassbar. Ich finde nicht genug Worte, um auch nur ansatzweise zu verstehen, was diese Menschen erleiden mussten. Aber vielleicht sollte dieser Fall uns wirklich etwas zu denken geben. Unsere Gesellschaft ist marode. Alte Menschen sterben alleine in Wohnungen und werden erst bemerkt, als ihr Leichnam schon schrecklich stinkt. Das liest man oft in Zeitungen. Und eben die zwei Entführungsfälle. Wir sind nicht alle abscheulich. Wir haben genausoviele verabscheuungswürdige Kreaturen wie ihr alle, ihr, in euren Ländern, die nun über Österreich schreiben, als hätten wir eigene Schulen für Sexualstraftäter, für Pädophile, Entführer. Wir sind Österreich und ich bin stolz darauf.

Österreich. Oh du mein Österreich. Ein Land, welches leider nur dadurch ins globale Nachrichtennetzwerk eingeschleust wird. Was können wir schon leisten, um gerecht beurteilt zu werden. Natürlich fallen zwei solch schwerwiegende Fälle ins Gewicht und Österreich wird abgestempelt. Ein bisschen mehr Objektivität bitte, meine lieben Medien. Vor allem Belgien und die Niederlande sprechen wunderschön von Österreich.

„Das kann doch kein Zufall sein. Ist die soziale Kontrolle in dem etwas desolaten Bergland vielleicht geringer, und können Menschen dadurch leichter verschwinden?“ (Belgien)

Gerade Belgien. Ich habe zumindest auch nicht von diesem kleinen Land geglaubt, dass es druch Marc Dutroux, zum Land der Kinderschänder geworden ist. Man müsste halt nur mal überlegen und differenzieren. Verallgemeinern hilft vielleicht beim Verstehen, beim Aufarbeiten des Ganzen, kann es aber vielmehr ein Hindernis sein.

Was bist du nun, oh du mein. Österreich? Das Land der Entführer, der Sexualstraftäter, der Bombenleger. Das Geburtsland von Adolf Hitler. Alles nur Verrückte? Vielleicht. Vielleicht sind wir das. Vielleicht bin auch ich nur verrückt. Aber vielleicht findet man noch mehr. Noch mehr, was man in Österreich sein kann. Aber dafür müsste man ja genauer hinsehen. Mit mehr Objektivität. Und das dauert, meine Lieben. Das dauert. Also. Oh du mein Österreich, Land der Verrückten und des Sexualstraftäter, der Entführer, der Wegschauer, der Bombenleger. Oh du mein abscheuliches Österreich.

lahja’s Gedanken

Echauffierung

Was kann man von einem Neujahrstreffen einer rechtspopulistischen Partei in Österreich erwarten? Reden über eine Steuerreform oder den CO2-Ausstoß? Natürlich nicht. Vielmehr machten sich die Spitzenkandidaten auf Kommunal- (Graz)  und Bundesebene über die drohende Islamisierung des christlichen Abendlandes her.

Die Grazer Spitzenkandidatin Frau Dr. Susanne Winter, bis vor wenigen Tagen nur manchen Grazern bekannt, schaffte es mit ihrer Rede das Medieninteresse aus ganz Österreich und sogar aus dem Ausland auf sie zu ziehen. Landespolitiker entschuldigen sich für eine solch dumme Aussage, Islam-Vertreter warnen vor Ausschreitungen, und die Verteter der Parteien auf Bundesebene heben ihren drohenden Zeigefinger.

Doch warum dieses Aufsehen? Blicken wir nochmal auf die Aussagen dieser Frau. Der am öftesten zitierte Satz ist bei Weitem nicht der Schockierendste. Sinngemäß sagte sie, dass der islamische Prophet Mohammed in der heutigen Zeit ein Kinderschänder wäre, da er im Alter von 50 Jahren ein wahrscheinlich 6-jähriges Mädchen heiratete. Ich habe einige Zeit darüber nachgedacht und ich finde keinen Fehler in dieser Aussage. Heutzutage wäre jemand, der in diesem Alter ein offenes Begehren zu einem kleinen Mädchen hat, ein Pädophiler, ein Kinderschänder und idealsterweise rechtskräftig verurteilt. Den einzigen Fehler, den Frau Dr. Winter gemacht hat, ist eben der Versuch, Vergangenheit in die Realität zu holen.

Viel heftiger und hetzerischer sind all die anderen Aussagen von Bundesparteiobmann Heinz-Christian Strache und eben jene von Frau Dr. Susanne Winter. Sie fordere unter anderem, den Islam „dort hin zurückzuwerfen, wo er hergekommen ist: Jenseits des Mittelmeeres.“ Ich denke, dass gerade dieser Satz, basierend auf einer gegenwärtigen Meinung zu einem gegenwärtigen Thema, viel schrecklicher ist, als eine Vergangenheits-Gegenwart-Gegenüberstellung. Es ist irgendwie überraschend, mich auf die Seite eines Lutz Weinzinger und ähnlichen zu stellen, um Frau Susanne Winter von diesem einen Vorwurf zu befreien.

Was diese populistischen Blindgänger aber sonst noch von sich ließen, ist eigentlich keinen weiteren Kommentar wert. Solch einschlägige Dummheit soll nicht auch nur ansatzweise in die Köpfe der Bevölkerung einkehren. Es überrascht mich nur, dass Politiker aller Parteien (SPÖ, ÖVP, Grüne und (!) BZÖ) wegen dieser einen Aussage aufsprangen. Hätte sie diese nicht fallen lassen, wäre der Neujahrsempfang der Freiheitlichen in Graz langsam und unanständig zu Ende gegangen. Die Bundesebene hätte all die anderen Aussagen sang und klanglos zur Kenntnis genommen, aber erst der Kinderschänder-Satz ließ sie hochschrecken. So hat Frau Dr. Susanne Winter ihre nötige Aufmerksamkeit bekommen, nur wenige Tage vor der Grazer Wahl. Aufmerksamkeit, die einzige Möglichkeit FPÖ-Politiker, genug Medieninteresse auf sich zu ziehen. Das hat schon Haider gekonnt, Strache hat es sich brav abgekuckt und Winter ist auch auf dem besten Weg.

Hoffen wir nur, dass die Menschen etwas intelligenter sind, als die Aussagen der FP-Politker. So könnte nämlich Frau Winter auch schnell wieder im Grazer Untergrund verschwinden.

Made In Austria?

Während in Hollywood die Drehbuchautoren ihre Griffel weglegten, um für eine bessere Entlohnung zu kämpfen, gehen nun die österreichischen Schauspieler und Regisseure auf die Barrikaden. Der Grund? Die Gebührenlüge des ORF.

Jeder, laut der nervigen Werbung, gewissenvolle Mensch zahlt für seinen Fernseher. Die sogenannten Rundfunkgebühren. Um eine Legende des Fernsehens, das Sprachrohr eines jeden Österreichers, um den Österreichischen Rundfunk am Leben zu erhalten. Pro Jahr kommen so 700 Millionen Euro an Gebühren zusammen.

Wenn man dann aber mal von ORF 1 zu ORF 2 zappt und wieder zurück, wundert man sich schon. Wo ist denn nun das Geld hingekommen? Wer verdient an diesen Millionen? Und warum sieht man kaum mehr österreichische Schauspieler in österreichischen Filmen von österreichischen Regisseuren? Jene melden sich nun zu Wort und erklären, dass es so nicht mehr weitergehen kann.

Während 2001 noch 20 eigenproduzierte Filme gesendet wurden, findet man 2007 nur mehr 12. Von den 700 Millionen Euro gelangen „nur“ 475 Millionen Euro wirklich zum ORF. Das wär ja noch relativ viel. Aber davon gibt unser herzallerliebster Rundfunksender nur 45 Millionen für Eigenproduktionen wie Serien, Spielfilme oder Dokumentationen aus. Die 225 Millionen Euro, die nicht einmal den Küniglberg zu Gesicht bekamen, landen übrigens beim Bund und den Ländern. Wo sie zweckentfremdend investiert werden.

Leider scheint es so, als wäre es den Zusehern egal, dass sie nur TV-Einheitskost vorgesetzt bekommen. Immer mal wieder CSI, Malcolm Mittendrin oder die achte Wiederholung von Charmed. Dass man sich früher über österreichische Sendungen köstlich amüsierte, scheint man schon vergessen zu haben. Ich kann den Verdruss der Schauspieler- und Regie-Gilden verstehen. Und jetzt müssten auch mal die Gebührenzahler einsehen, dass man eigentlich mehr für sein Geld erwarten könnte.

Ich zumindest würde mich wieder auf interessante österreichische Produktionen freuen. Über Vorabend-Serien, über Preim-Teim-Blockpasta, ähm, gute Filme im Hauptabendprogramm. Und vielleicht auch über die Rückkehr der Sendung ohne Namen. Hach, man wird doch wohl noch träumen dürfen.

Medienwirksames Opfer der Gesetze

Warum der Fall Arigona Zogaj wichtig ist, und jener des Denis Zeqaj kaum Beachtung findet. // Oder: Wenn die Politik so weitermacht, fühle ich bald in meinem eigenen Land fremd.

Man kann ja vieles meinen. Dass alle Asylwerber abgeschoben werden sollen, ist hier wohl die dümmste Meinung von allen. Auch ein automatisches Bleiberecht für alle Asylwerber ist nicht die Lösung für das Problem. Was die zuständigen Politiker also machen? Entweder sie bleiben stur um nicht von der Parteilinie zu fallen, oder sie heucheln mit Versprechungen, die in ihren Positionen nicht eingehalten werden können.

Die Nachrichten waren ja voll von den Bildern der (ehemals) verschwundenen Arigona Zogaj. Ihr Ort Frankenburg stellte eine Demonstration auf die Beine, Unterschriftenaktionen wurden gestartet und selbst der Gemeinderat hat sich einstimmig für die Familie eingesetzt. Dass der Fall eigentlich rechtlich gesehen schon abschlossen wäre, da drei Asylanträge längst abgelehnt worden sind, erfuhr man erst viel später. Von Erpressung war die Rede und die Betitelung als Göre zeigten den Unmut gegenüber dem Untertauchen dieses Mädchens. Nach dem Wiederauftauchen und der Rückführung in den österreichischen Alltag einer Fünfzehnjährigen wurde es wieder ruhiger.

Bis jetzt plötzlich das Verschwinden von Denis Zeqaj, seiner Mutter und seinem kleinen Bruder bekannt wurde. Der mehrmals vorbestrafte Vater wurde schon in den Kosovo abgeschoben, der Rest der Familie will aber auf keinen Fall zurück. In Wieselburg (NÖ) steigen Asylrechtsgegner auf die Barrikaden und forden, wie auch in Oberösterreich, ein Bleiberecht dieser Familie. Die Tatsache, dass der Vater selbst gewalttätig gegen seine Frau wurde, und der Rest der Familie somit zurück zum Täter geschickt werden, lässt diesen Fall noch banaler erscheinen.

Und so medienintensiv der Fall Arigona auch behandelt wurde, so hatte er trotzdem eines erreicht. Eine offene Diskussion in Österreich um das Fremdenrecht in Österreich. Dass davon ein Teil menschenunwürdig ist, und auch gegen die Menschenrechtskonvention verstößt, wurde auch hier schon breitgetreten. Künstler und linke Politiker forderten ein Handeln. Bundeskanzler Gusenbauer fand alles anfangs nur „grauslich“, und Innenminister Platter sah keinen Handlungsbedarf. Jetzt hat die Regierung eine Integrationsplattform gestartet. Und auch der 2008 kommende Asylgerichtshof soll Fälle beschleunigen. Ob dann wirklich alles besser wird, ist zu bezweifeln.

Und so steht die Familie Zeqaj im langen Schatten von Arigona. Ihre „Berühmtheit“ hat zwar Österreich aufgerüttelt, doch bis zum wirklichen Beginn des Asylgerichtshof scheint kein Einzelfall mehr die Medien so zu interessieren. Besser gehts ja nicht. Informationen bekommen, untergetauchen, von OÖ nach Wien fahren, tagelang verstecken, von einem couragierten Pfarrer aufgegriffen und zurückgebracht werden. Kein spannender Film hätte es bewegender machen können. Nur leider handelt es sich hier nicht um einen Film. Mit Drehbuch. Hier sind die Emotionen echt und die Opfer real.

Was bleibt ist der Wunsch um Objektivität. So sehr einen das Schicksal des Mädchens beeindruckt und erschrocken hat, so darf man sich nun nicht beeinflussen lassen. All diese Fälle, die jahrelang auf Asyl hoffen, müssen nun überprüft werden. Wie gut die Integration fortgeschritten ist, ob die Eltern berufstätig sind und man die deutsche Sprache schon gelernt hat. Das wäre mein Wunsch. Dann würde man nämlich auch sehen, wer nun wirklich in diesem Land bleiben möchte. Denn wenn gut integrierte Familien abgeschoben werden, fühle ich mich bald in meinem eigenen Land fremd.

Britney Spears – Der Nächste Medienmord?

Immerwieder erzählt man Geschichten, die davon erzählen, wie Menschen,Prominente oder Wannabes durch die ständige Medienpräsenz, der sieausgesetzt waren, durch die Verfolgung durch Paparazzis oder was auchimmer, mit ihrem Leben nicht mehr zurecht kamen, und so in den Suizidgetrieben wurden. Wer wird wohl der Medien nächstes Opfer?

BritneySpears, eigentlich ein Phänomen, lebende Musiklegende und eine dererfolgreichster MusikerInnen aller Zeiten. Mit …. Baby, One More Timeoder Oops! I Did It Again schuf sie einen Hit nach dem anderen, wurdeder erfolgreichste Jungstar und das Idol für so viele Mädchen. Ob diesdenn jetzt nun positiv oder negativ ist, sei mal dahingestellt.

Wasaber das Traurige daran ist. Seit ihrem siebzehnten Lebensjahr ist sieim Zentrum der Medien. Anfangs in den Jugendmusikzeitschriften, durchdas Heranwachsen und Reifen dann auch in der normalen Regenbogenpresse.Auf jedem Cover war diese Frau mindestens einmal. Man fieberte ihrenneuen Alben entgegen, freute sich mit ihr über ihre Kinder und dasscheinbare Eheglück mit Kevin Federline. Doch dann kam es zum Sturz.

DieEhe mit ihrem Extänzer verlief glücklos, es kam zur Trennung. IhreKarriere war in einer Pause, sie musste also hart arbeiten, um wiederzurückzukommen. Und währenddessen musste sie auch noch feiern. Viel zuexzessiv, viel zu wenig bekleidet. Alles wusste man von ihr, diePaparazzi verfolgten sie überall hin. Sie war das gefundene Futter fürjeden armseligen Boulevard-Fotografen. Die Welt um sie brach zusammen,die Medien, die sie zuvor in den Himmel lobten und das PhänomenPop-Prinzesschen feierten ließen sie fallen. Ihr Comeback-Versuchmisslangte total und Ms. Spears steht vor den Ruinen ihres Erfolges.

Natürlichschimpft jetzt jeder, dass diese Frau keine Kinder erziehen kann //darf. Dass sie sowieso komplett krank im Kopf ist. Und ihre Musik wirdschon längst nicht mehr gespielt. Auf den Wannabe-Musikkanälen VH1, MTVoder VIVA macht man sich über die Eskapaden lustig und Zeitungenbetiteln sie als schlechteste Mutter. Ihr Über-die-Stränge-Schlagenmuss doch auch irgendwelche Gründe haben. Daran denkt mal wiederkeiner. Man nimmt nicht einfach so Drogen, säuft, lässt sich die Haareabrasieren, und lässt sich einfach so gehen.

Man kann jetztnatürlich noch lange so weiter machen. Sie mit Argusaugen beobachten,während nicht nur ihre Karriere sondern ihr ganzes Leben den Bachhinunter läuft. Man kann über sie schimpfen und mit den Finger auf siezeigen. Aber genauso wie es für einen solchen Star wie sie es ist,schwer ist, ein Working-Class-Leben zu führen, genauso wenig können wiruns vorstellen, wie schwer es sein muss, das Leben der Britney Spearszu führen.

Also würde ich mich freuen, ein kleines bisschen mehrObjektivität von all diesen Kritikern zu hören. Nicht nur Vorwürfe,sondern vielleicht Mitleid oder Hilfe. Lassen wir nicht einen weiterenMenschen zugrunde gehen, nur um einen weiteren Skandal in der Zeitunglesen zu können.

// zur info. nie ein fan von ihr gewesen. aber entsetzt von ihrem absturz.

Nachgedacht: Die Deutschlandisierung Österreichs.

 

Normalerweise heißt es ja, das alles was in Amerika irgendwie groß geworden ist, früher oder später nach Europa und auch in den deutschsprachigen Raum kommen wird. Aber auch im deutschsprachigen Raum intern gibt es Austäusche.

Und nachdem der deutsche Innenminister Wolfgang Schäuble mit seiner geplanten Vorratsspeicherung von Mediendaten im Internet, Telefon und E-Mail-Verkehr in Deutschland auf starken Widerstand zu treffen scheint, blieb man bisher irgendwie unbeeindruckt. Auch die Idee von Bundes-Trojanern, also Programmen, die still und leise im Hintergrund den PC ausspionieren, wurde in Österreich noch nicht aufgegriffen.

Aber natürlich musste es ja kommen. Da schnappt man sich drei Terroristen, die im Internet eine Al-Kaida-Plattform betrieben haben, und schon schreien die Politiker in Österreich auf. Der Sicherheitsexperte Robert Sturm sieht Österreich als einen gefährdeten Raum, Innenminister Günter Platter (VP) hat eine Arbeitsgruppe zum Thema Internetüberwachung gegründet und Justizministerin Maria Berger (SP) meldete sich auch schon zu Wort.

Diese meint, dass eine Überwachung nur im konkreten Tatverdacht und mit richterlicher Genehmigung angewandt wird. Den Einsatz von Trojanern steht sie hingegen skeptisch gegenüber. Eine großangelegte Überwachung, also auch von Privat-PCs (mit Benutzern ohne jeglichen terroristischen Hintergrund), hält sie für unverhältnismäßig.

Und deshalb hat Hans Zeger, von der Österreichischen Gesellschaft für Datenschutz (ARGE) etwas sehr Richtiges gesagt. Platter springe nur auf einen Zug des deutschen Innenministers auf. Und welche Pläne hat das deutsche Pendant zu Platter? Ähm, zum Beispiel gezielte Tötungen von Terroristen und eine Lockerung des Waffengesetzes. Noch Fragen?

Das Erste Mal: Ein Familienportrait

Als Prinz Charmin’ schaffte er den Aufstieg bei der FPÖ, erlebte den Fall seiner ehemaligen Partei als Parteiloser mit und war dann das Aushängeschild in der Regierung der ÖVP mit dem BZÖ.

Karl-Heinz, KHG oder einfach nur Herr Grasser zählte wohl zu den beliebtesten Finanzministern der zweiten Republik. Und durch seine Turteleien mit dem ungeschliffenen Rohdiamant Fiona wurde er auch in den Urlaub hin verfolgt, ließ sich für italienische Hochglanzmagazine ablichten, wechselte von der Brille zu den Kontaktlinsen und ließ seine Hochzeit mit Frau Swarovski zu einem Medienevent werden.

Und während viele Menschen einfach versuchen, sich zwar zu präsentieren, die Familie aber vor den Kameralichtern zu schützen, offenbaren Karl-Heinz und Fiona in der neuesten Ausgabe der NEWS alle Nachrichten zu ihrer Tochter Tara Gertraud.

Nur bleibt jetzt nun die Frage … wen interessiert das? Hat schon die Scheidung von Frau Kdolsky mich nicht zum Zwinkern, Grinsen oder Trauern gebracht, so wird mich auch nicht die Offenlegung der Familienverhältnisse eines ehemaligen Finanzministers aus der Fassung bringen.

Nachgedacht: Erinnerungen An Den Tod

Ich war gerade erst neun Jahre alt. Ich weiß gar nicht mehr genau warum ich damals um 1 Uhr früh noch einmal aufgestanden bin. Warum ich noch mal den ORF gekuckt hatte. Aber an eines kann ich mich erinnern. Den Satz, der durchgehend unten eingeblendet war. „Lady Di bei Autounfall gestorben“. Ich konnte mit dem Namen nicht viel verbinden, war in meiner kindlichen Unwissenheit nur geschockt. Es musste irgendjemand wichtiger sein, irgendeine Persönlichkeit. Und so schlich ich mich in das Schlafzimmer meiner Eltern, weckte meine Mutter auf und erzählte ihr diese Neuigkeit. In ihrer Schlaftrunkenheit zeigte sie sich zwar anfangs geschockt, schlief aber bald wieder ein. Und ich legte mich dann auch endlich schlafen.

Die folgenden Tage verfolgten wir die Bilder. Ach, das ist Lady Diana. Eine Ikone. Ein Star. Die Prinzessin von Wales. Und durch das Begräbnis, durch das „Candle In The Wind“ von Elton John war ich damals nicht mehr in der Lage, meine Emotionen zu kontrollieren und ich heulte einfach los. Auch wenn ich viele Epochen ihres Lebens nicht mitbekommen habe. Die Welt schien einen außergewöhnlichen Menschen verloren zu haben.

Aber manchmal gibt es einfach Ereignisse, die einem so stark in Erinnerung bleiben. Wo man weiß, was man getan hat, mit wem man gesprochen hat usw. So etwas wie der Elfte September. An dem ich zum ersten Mal überhaupt in Wien war, auf der ehemaligen Computermesse Ifabo. Und als mein Papa und ich dann im Zug nach Hause saßen, ich meinen kleinen Weltradio auspackte und sich plötzlich 6 unbekannte Menschen rund um unseren Platz versammelten und die Nachricht dieser schrecklichen Tat lauschten. Die Bilder bleiben im Kopf. Die Flugzeuge, die in die WTC crashen. Die Explosion. Die, in purer Todesangst, aus dem Fenster springenden Menschen. Der Einsturz. Auch wenn man nicht selbst davon betroffen war, selbst wenn man niemanden in diesem Anschlag verloren hat. Solche Erinnerungen bleiben. Sie gehen einfach nicht weg. Und selbst jetzt bekomme ich tränenschwere Augen und einen mächtigen Kloß im Hals. Die Welt ist aus den Fugen geraten.

Das Erste Mal: Kultur Im ORF (Update)

Theater

Egal ob amerikanische Sitcoms oder Newsflashes, ZIBs oder Eigenproduktionen. Die scheinbar missglückte Reform zeigt nach und nach ihre bombastische Kraft.

War die Reform ein vollkommener Fehler? Zwar war das Aushängeschild, die Daily-Sitcom made in Austria, Mitten Im 8en, ein unglaublicher Misserfolg. Doch durch die Forcierung auf Nachrichten, und dem Ausbau von erfolgreichen Eigenproduktionen scheint der ORF nun besser dazustehen als er es noch vor einem Jahr tat.

Was mir besonders ins Auge springt, und das im wahrsten Sinne des Wortes, sind die Kulturabende. lebens.art (die Nachfolgesendung von Treffpunkt Kultur) wurde um einige Sendezeit verlängert, die Beiträge sind umfangreicher und Clarissa Stadler stresst sich nun nicht mehr von einem Thema zum anderen. Durch die verschieden Independent-Film – Schwerpunkte wie art.film oder euro.film kommt man nun im ORF in den Genuss anspruchsvoller Filme. Und vor allem auch die Themenabende, welche man früher immer nur von ARTE gewohnt waren, hielten Einzug in den österreichischen Rundfunk.

Natürlich erinnert man sich, wenn man an „neue“ Kultur im ORF denkt an die Live-Übertragungen der Opern „La Traviata“, „Le Nozze di Figaro“, „Tosca“ und eben gestern Tschaikovskys „Eugen Onegin“. Dachte man früher, während der Zeit Monika Lindners, dass es wohl am besten sei, den Zusehern leicht zu verdauende, anspruchslose Alltagskost vorzulegen, so bestätigen die Zuseherzahlen dieser Live-Mitschnitte, dass Wrabetz mit diesem Schwerpunkt richtig gelegen hat.

So kann man abschließend eigentlich sagen: So schlimm wurde es nicht nach dieser Reform. Uns wurde nichts Weltbewegendes weggenommen (außer vielleicht die legendäre „Sendung Ohne Namen“), und uns wurde viel gegeben. Vor allem für Kulturbegeisterte, oder eben jene, die es noch werden wollen, hat ORF nun viel mehr Möglichkeiten.

Ich entschuldige mich hiermit, mich nicht genug über den Titel der Sendung und den Namen der Moderatorin informiert zu haben. Treffpunkt Kultur heißt jetzt lebens.art und die Moderatorin ist nicht Barbara Rett sondern Clarissa Stadler (abwechselnd mit Martin Traxl). Ein peinlicher Fehler. Es tut mir Leid.

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